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Geänderte Nutzungsdauer von Computerhardware und Software


Die Finanzverwaltung hat die steuerlich zugrunde zu legende Abschreibungsdauer von Computerhardware und Software angepasst. Die bisherige Nutzungsdauer i.S.d. § 7 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EstG) wird von grundsätzlich drei Jahren auf nur noch ein Jahr verkürzt.

Die Abschreibung von Computersoftware und -hardware

Den Kernbereich der Digitalisierung bilden die Computerhardware (einschließlich der dazugehörigen Peripheriegeräte) sowie für die Dateneingabe und -weiterverarbeitung erforderliche Betriebs- und Anwendersoftware. Obwohl diese Wirtschaftsgüter einem immer rasanteren technischen Wandel unterliegen, wurde die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die der Abschreibung nach § 7 EStG zugrunde zu legen ist, seit rund 20 Jahren nicht mehr geprüft. Deshalb hat das Bundesfinanzministerium in Zusammenarbeit mit den obersten Finanzbehörden der Länder die Nutzungsdauer von Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung angepasst (BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021, GZ IV C3 – S 2190/21/10002 :013).

Mit BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021 wurde die bisherige Nutzungsdauer i.S.d. § 7 Abs. 1 EStG von grundsätzlich drei Jahren auf nur noch ein Jahr verkürzt. Damit kommt es quasi zu einer Sofortabschreibung der betroffenen Wirtschaftsgüter

Für welche Soft- und Hardware gilt das?

1. Hardware

Die Finanzverwaltung rechnet der „Computerhardware“ praktisch sämtliche Wirtschaftsgüter einer PC-Anlage und deren Randbereich zu. Konkret definiert werden die folgenden Wirtschaftsgüter:

  • Computer
  • Desktop-Computer
  • Notebooks (z.B. Tablets, Slates, mobile Thin-Clients)
  • Desktop-Thin-Client
  • Workstation
  • mobile Workstation
  • Small-Scale-Server
  • Dockingstation
  • externes Netzteil
  • externe Speicher (z.B. CD-/DVD Laufwerk, USB-Stick etc.)
  • Ausgabegeräte (z.B. Beamer, Headset, Lautsprecher, Monitor und Display)
  • Peripherie-Geräte (z.B. Maus, Scanner, Kamera, Mikrofon, Tastatur etc.)
  • Drucker (z.B. Tintenstrahl-, Laser-, oder Nadeldrucker)

Diese Aufzählung soll abschließend sein.

2. Software

Laut Auffassung der Finanzverwaltung erfasst der Begriff „Software“ die Betriebs- und Anwendersoftware zur Dateneingabe und -verarbeitung. Dazu gehören auch die nicht technisch physikalischen Anwendungsprogramme eines Systems zur Datenverarbeitung, sowie neben Standardanwendungen auch auf den individuellen Nutzer abgestimmte Anwendungen wie ERP-Software, Software für Warenwirtschaftssysteme oder sonstige Anwendungssoftware zur Unternehmensverwaltung oder Prozesssteuerung.

Ab wann tritt die Änderung ein?

Die neue Regelung mit einer Lebensdauer von einem Jahr gilt für alle Gewinnermittlungen für Geschäftsjahre nach dem 31. Dezember 2020. Darüber hinaus kann in Geschäftsjahren, die nach dem 31. Dezember 2020 enden, der Restbuchwert zuvor angeschafften oder hergestellten Wirtschaftsgütern des Betriebsvermögens vollständig abgeschrieben werden. Diese Regeln gelten auch für Wirtschaftsgüter des Privatvermögens ab dem Veranlagungszeitraum 2021. Dies bedeutet, dass der vorherige Abschreibungsplan (Afa-Tabelle) letztmals in Wirtschaftsjahren anzuwenden ist, die vor dem 01. Januar 2021 enden.

Haben Sie Fragen zum Thema? Kommen Sie gerne auf uns zu unter 07121/909020 oder per E-Mail an dialog@mauer-wpg.com.

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